Das MTHFR-Gen ist sehr wichtig für unsere Gesundheit. Es liefert den Bauplan für das Enzym Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR). Dieses Enzym spielt im Folsäure- und Homocystein-Stoffwechsel eine wichtige Rolle. Denn es steuert die Umwandlung von Folsäure bzw. Folat in seine biologisch aktive Form Methylentetrahydrofolat (5-MTHF).
Der Körper braucht dieses aktive Folat unter anderem als Ausgangssubstanz für S-Adenosyl-Methionin (SAM). SAM ist wichtig für viele wichtige Stoffwechselprozesse.
In diesen Prozessen ist 5-MTHF ist vor allem nötig, um Homocystein zu SAM zu recyceln. Homocystein entsteht im Stoffwechsl von Aminosäuren und ist im Übermaß gefährlich. Optimalerweise es sie immer wieder zu SAMe zu recycelt.
Doch ohne aktives Methylfolat verlangsamt sich dieser Recyclingprozess, SAM fehlt dann im Stoffwechsel und Homocystein reichert sich an. Überhöhte Homocysteinspiegel im Blut gelten aber als gefährlicher Risikomarker für Herz- und Gefäßerkrankungen.
Weiterhin wird 5-HTMF für die DNA-Synthese, für die Zellteilung und zur Unterstützung von Entgiftungsprozessen benötigt.
Polymorphismen sind bestimmte Veränderungen der Gene. An bestimmten Abschnitten werden Gen-Bausteine vertauscht. Bei stoffwechselrelevanten Genen, wie dem MTHFR-Gen, kann dies mehr oder weniger deutliche Auswirkungen haben.
Hier sind zwei bekannte MTHFR-Polymorphismen. Diese "Bauplanänderungen" reduzieren die Aktivität des Enzyms unterschiedlich stark.
Jede dieser Polymorphismen kann entweder heterozygot oder homozygot vorliegen. Bei der heterozygoten Variante wurde Ihnen von einem Elternteil das normale, vom anderen Elternteil das veränderte Gen vererbt. Bei der homozygoten Variante haben Sie von beiden Elternteilen das veränderte Gen mitbekommen, was natürlich stärkere Einflüsse auf die Enzymaktivität hat.
Vor allem eine homozygote Veränderung im C677T Gen-Abschnitt kann die Enzymaktivität um bis zu 70 Prozent verringern. Wenn zusätzlich das A1298C Gen verändert ist, kann das die Situation weiter verschärfen.
Eine reduzierte MTHFR-Enzymaktivität bedeutet, dass der Körper Folsäure nicht so effizient in seine aktive Form Methyltetrafolat (5-MTHF) umwandeln kann. Das heißt es wird deutlich weniger aktives Folat gebildet, und das kann zu verschiedenen gesundheitlichen Risiken führen.
Diesen Gesundheitsrisiken, die bei einem MTHFR -Gen-Polymorphismus auftreten, können Sie entgegenwirken mit Hilfe der richtigen Ernährung bzw. Nahrungsergänzung und mit Anpassungen im Lebensstil.
Wichtig ist, dass vor allem der Homocystein-Abbau (wieder) besser funktioniert. Generell sind aktives Folat, Vitamin B12 und Vitamin B6 nötig, um Homocystein abzubauen, auch Betain und Cholin können dies unterstützen.
Was können Sie also konkret tun?
Wichtig ist es also bei einer reduzierten MTHFR-Aktivität, dass Sie Nahrungsergänzungen individuell auswählen und nicht unkontrolliert einnehmen.
Sinnvoll ist es, wenn Sie die Blutwerte von Homocystein und B-Vitaminen bestimmen lassen und bei Bedarf die Nahrung anpassen oder gezielt mit Nahrungsergänzungsmitteln die fehlenden Vitamine auffüllen.
Vorsicht ist dabei vor allem bei "normaler" Folsäure angezeigt. Und auch die beliebten Aminosäure-Präparate können schädlich sein, wenn sie zu viel Methionin enthalten, das zu Homocystein verarbeitet und dann schlecht recycelt wird.
Hören Sie weniger auf die üblichen Empfehlungen, möglichst viele Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, sondern ergänzen Sie nur das, was Sie wirklich brauchen. Denn allzuviel Folsäure kann ungesund sein, gerade bei einem Polymorphismus im MTHFR-Gen.
Und kein Gen wirkt für sich allein, sondern beeinflusst auch viele andere. So sind Varianten im MTHFR Gen auch im Zusammenspiel mit anderen Genen zu bewerten, so zum Beispiel mit dem COMT Gen.