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MTHFR Gen - Einfluss auf den Folsäurestoffwechsel

Das MTHFR-Gen ist sehr wichtig für unsere Gesundheit. Es liefert den Bauplan für das Enzym Methylen-Tetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR). Dieses Enzym spielt  im Folsäure- und Homocystein-Stoffwechsel eine wichtige Rolle. Denn es steuert die Umwandlung von Folsäure bzw. Folat in seine biologisch aktive Form Methylentetrahydrofolat (5-MTHF).

 

Wozu braucht der Körper Methylentetrahydrofolat (5-MTHF)?

Der Körper braucht dieses aktive Folat unter anderem als Ausgangssubstanz für S-Adenosyl-Methionin (SAM). SAM  ist wichtig für viele wichtige Stoffwechselprozesse.

 

In diesen Prozessen ist 5-MTHF ist vor allem nötig, um Homocystein zu SAM zu recyceln. Homocystein entsteht im Stoffwechsl von Aminosäuren und ist im Übermaß gefährlich. Optimalerweise es sie immer wieder zu SAMe zu recycelt. 

 

Doch ohne aktives Methylfolat verlangsamt sich dieser Recyclingprozess, SAM fehlt dann im Stoffwechsel und Homocystein reichert sich an. Überhöhte Homocysteinspiegel im Blut gelten aber als gefährlicher Risikomarker für Herz- und Gefäßerkrankungen.

 

Weiterhin wird 5-HTMF für die DNA-Synthese, für die Zellteilung und zur Unterstützung von Entgiftungsprozessen benötigt.

 

Wie wirken sich Polymorphismen im MTHFR Gen aus?

Polymorphismen sind bestimmte  Veränderungen der Gene. An bestimmten Abschnitten werden Gen-Bausteine vertauscht. Bei stoffwechselrelevanten Genen, wie dem MTHFR-Gen, kann dies mehr oder weniger deutliche Auswirkungen haben.

  

Hier sind zwei bekannte MTHFR-Polymorphismen.  Diese "Bauplanänderungen"  reduzieren die Aktivität des Enzyms unterschiedlich stark.

 

  • Der Polymorphismus mit der Fachbezeichnung C677T (rs1801133)  kann die Enzymaktivität um 30–70 % reduzieren. 
  • Ein weiterer Polymorphismus, A1298C: (rs1801131), reduziert die Enzymaktivität um 20 bis 40 Prozent, sie hat also weniger Auwirkungen. 

 

Jede dieser Polymorphismen kann entweder heterozygot oder homozygot vorliegen. Bei der heterozygoten Variante wurde Ihnen von einem Elternteil das normale, vom anderen Elternteil das veränderte Gen vererbt. Bei der homozygoten Variante haben Sie von beiden Elternteilen das veränderte Gen mitbekommen, was natürlich stärkere Einflüsse auf die Enzymaktivität hat. 

 

Vor allem eine homozygote Veränderung im C677T Gen-Abschnitt  kann die Enzymaktivität um bis zu 70 Prozent verringern. Wenn zusätzlich das A1298C Gen verändert ist, kann das die Situation weiter verschärfen.

 

Wie wirken sich MTHFR-Genveränderungen auf die Gesundheit aus?

Eine reduzierte MTHFR-Enzymaktivität bedeutet, dass der Körper Folsäure nicht so effizient in seine aktive Form Methyltetrafolat (5-MTHF) umwandeln kann. Das heißt es wird deutlich weniger aktives Folat gebildet, und das kann zu verschiedenen gesundheitlichen Risiken führen. 

 

  • Da Methyltetrafolat zum Abbau von Homocystein nötig ist, kann es durch den Mangel zu erhöhten Homocysteinspiegeln kommen. Homocystein ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Thrombosen und neurologische Probleme.

 

  • Aktive Folsäure (5-MTHF) ist zudem wichtig für DNA-Reparatur, Entgiftung und die Bildung von Nervenbotenstoffen, z. B. Serotonin und Dopamin. Das heißt, bei einem Mangel kann es auch zu psychischen Problemen wie Depressionen, Angststörungen oder ADHS kommen.

 

  • Wenn die Umwandlung von Folsäure zu 5-MTHF nicht gut funktioniert, kann sich zudem die "unverarbeitete" Folsäure anreichern. Dies kann zu einem erhöhten Bedarf an Vitamin B12 und demzufolge zu einem B12 Mangel führen, der ebenfalls mehrere gesundheitliche Probleme nach sich ziehen kann. (Hier finden Sie mehr Infos zum B12 Mangel).

 

  • Frauen mit einem homozygoten (also stärker ausgeprägtem) Polymorphismus im MTHFR Gen haben ein höheres Risiko für Fehlgeburten, Präeklampsie und Neuralrohrdefekte beim Baby, wenn der Folatstoffwechsel nicht optimiert wird.

 

  • Das Methylentetrahydrofolat ist auch wichtig für Methylierungsprozesse.Die Methylierung ist unter anderem wichtig für die Entgiftung von Schwermetallen, Umweltgiften und Medikamenten. Betroffene der Genveränderung können empfindlicher auf Toxine reagieren.

Wie lassen sich solche Risiken vermeiden?

 

Diesen Gesundheitsrisiken, die bei einem MTHFR -Gen-Polymorphismus auftreten, können Sie entgegenwirken mit Hilfe der richtigen Ernährung bzw. Nahrungsergänzung und mit Anpassungen im Lebensstil.

 

Wichtig ist, dass vor allem der Homocystein-Abbau (wieder) besser funktioniert. Generell sind aktives Folat, Vitamin B12 und Vitamin B6 nötig, um Homocystein abzubauen, auch Betain und Cholin können dies unterstützen. 

 

Was können Sie also konkret tun?

 

  • Nehmen Sie keine "normale" Folsäure-Nahrungsergänzung ein, die ist mit dieser Genvariante meist unverträglich. Stattdessen sollten Sie, wenn nötig,  5-MTHF, also das aktive Folat ergänzen.
  • Bei einem B12 Mangel sollten Sie Vitamin B12 als Methylcobalamin einnehmen.
  • Bei einem B6 Mangel nehmen Sie das Vitamin B6 am besten als P5P (Pyridoxal-5-Phosphat) ein. Diese bioaktive Form unterstützt den Homocystein-Abbau besser als "normales" Vitamin B6.
  • Möglichweise hilft es auch, Betain (TMG) einzunehmen, denn es kann Homocystein weiter senken. Dasselbe gilt für Cholin.
  • Vorsicht mit Methionin, denn diese Aminosäure wird zu Homocystein abgebaut. Wenn der Methylierungszyklus gut funktioniert, wird Homocystein zurück in Methionin recycelt. Bei MTHFR-Polymorphismen kann dieser Prozess jedoch verlangsamt sein, wodurch Homocystein ansteigt, und das ist wie beschrieben ungünstig für Herz & Gefäße. Ein Zuviel an Methionin kann den Homocystein-Spiegel dann weiter erhöhen. Deshalb: Übermäßigen Konsum von sehr methioninreichen Lebensmitteln (z. B. viel Käse, Fleisch, Fisch, Nüsse und Hülsenfrüchte), wenn das Homocystein hoch ist.
  • Achten Sie auch auf eine gesunde Darmflora. Manche Darmbakterien verbrauchen viel Vitamin B12 (vor allem bei einer Dünndarmfehlbesiedlung) und liefern zu viel Folsäure.  Achten Sie dann besonders darauf, genügend B12 über die Nahrung oder über Nahrungsergänzung einzunehmen.

 

Wichtig ist es also bei einer reduzierten MTHFR-Aktivität, dass Sie Nahrungsergänzungen individuell auswählen und nicht unkontrolliert einnehmen. 

 

Sinnvoll ist es, wenn Sie die Blutwerte von Homocystein und B-Vitaminen bestimmen lassen und bei Bedarf die Nahrung anpassen oder gezielt mit Nahrungsergänzungsmitteln die fehlenden Vitamine auffüllen.

 

Vorsicht ist dabei vor allem bei "normaler" Folsäure angezeigt. Und auch die beliebten Aminosäure-Präparate können schädlich sein, wenn sie zu viel Methionin enthalten, das zu Homocystein verarbeitet und dann schlecht recycelt wird.

 

Hören Sie weniger auf die üblichen Empfehlungen, möglichst viele Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, sondern ergänzen Sie nur das, was Sie wirklich brauchen. Denn allzuviel Folsäure kann ungesund sein, gerade bei einem Polymorphismus im MTHFR-Gen.

 

Und kein Gen wirkt für sich allein, sondern beeinflusst auch viele andere. So sind Varianten im MTHFR Gen auch im Zusammenspiel mit anderen Genen zu bewerten, so zum Beispiel mit dem COMT Gen.

 

 

  • MTHFR Gen
  • COMT Gen
  • PEMT Gen

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Johanna Kallert

Mozartstraße 5

96148 Baunach

Tel. (0 95 44) 9 84 88 89

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