Lactoseintoleranz: Auch die Galactose kann unverträglich sein

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Lactoseintoleranz: Milchzucker besteht aus Glucose und Galactose

 Viele Menschen leiden an einer Lactoseintoleranz, das heißt sie vertragen keinen Milchzucker.

 

Unterschiedlichste Beschwerden können die Folgen sein, die ganz von selbst verschwinden, wenn kein Milchzucker mehr gegessen wird. 

 

Erfahren Sie hier alles über die Lactoseintoleranz, und auch welche Rolle die Galactose dabei spielt.

Wie kommt es zur Lactoseintoleranz?

Ursache der Lactoseintoleranz ist ein Mangel des Enzyms Lactase in der Dünndarmschleimhaut. Dieser Mangel entsteht im Lauf des Lebens bei vielen Menschen, weil Milchzucker im Grund für Säuglinge, nicht aber für das das Verdauungssystem Erwachsener von der Natur vorgesehen ist. In Asien aber auch in Südeuropa istso ein genetisch bedingter Lactasemangel "normal", auf der Nordhalbkugel dagegen verfügen mehr Menschen auch noch im Erwachsenenalter über das Enzym Lactase. Doch auch hier ist mindestens jeder Dritte von einer Lactoseintoleranz betroffen, die mehr oder weniger Beschwerden verursachen kann. In diesem Fall spricht die Medizin von einer primären Lactoseintoleranz.

 

Außer diesem natürlichen, genetisch bedingten Lactasemangel kann dieses Enzym aber auch als Folge von Darmentzündungen seine Aktivität verlieren, Solche ursächlichen Darmkrankheiten können entweder durch Krankheitserreger  oder durch Medikamente wie Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) ausgelöst werden. Auch Salicylate zählen zu den NSAR, mehr dazu ist hier zu lesen. Ebenso kommt es bei einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) meist auch zu einem sekundären Lactasemangel. Mehr dazu hier

 

Doch ob primär oder sekundär bedingt: Ein Lactasemangel kann bei (übermäßiger) Lactosezufuhr zu Beschwerden führen. Denn das Enzym Lactase ist wichtig für die Resorption der Lactose aus der Nahrung. Es spaltet den Zweifachzucker Lactose in seine Bestandteile Glucose und Galactose auf, die dann ins Blut resorbiert werden können. Glucose fungiert dann als sofort verfügbare Energiequelle für die Zellen, die Galactose kann in der Leber über mehrere Stoffwechselreaktionen zu Glykogen, einem Kohlenhydratspreicher,  umgewandelt werden. 

 

Wenn das spaltende Enzym Lactase jedoch nicht in ausreichender Menge vorhanden ist, wird die Lactose nicht gespalten und kann nicht aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden. Stattdessen steht es den Darmbakterien als "Futter" zur Verfügung, die daraus Wasserstoff, Kohlendioxyd, verschiedene Fettsäuren und sonstige Abbauprodukte produzieren. 

Welche Folgen hat die Lactoseintoleranz?

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Als Folge einer Lactoseüberlastung im Darm kommt es typischerweise zu Blähungen, manchmal auch zu Durchfällen. Doch auch andere Symptome, die weniger deutlich mit einer Lactoseintoleranz in Zusammenhang gebracht werden, können auftreten. 

 

In seinem sehr informativen EBook beschreibt der Ernährungswissenschaftler Dr. Maximilian Ledochowski genau, welche krankhaften Prozesse im Darm entstehen können, wenn zuviel nicht resorbierte Lactose dort hingelangt. 


Neben den üblichen Abbauprodukten wie Kohlendioxyd, Milchsäure, Buttersäure usw. können sich bei Vorhandensein von sulfatreduzierenden Bakterien auch Mercaptane bilden. Diese Substanzen greifen die die Darmschleimhaut an und können zum Beispiel zum Leaky Gut, zu Colitis ulcerosa, einer geschwürigen Dickdarmentzündung, möglicherweise sogar zu Darmkrebs führen.  

Sind dagegen methanbildende Bakterien im Darm vorhanden, nutzen sie den gebildeten Wasserstoff als ihr Futter und setzen ihn zu Methan um. Es gibt bestimmte methanbildende  Bakterien (Methanobrevibacter smithii), die zu Übergewicht führen, wie die Wissenschaft herausgefunden hat.

 

Lactose- oder Fructoseintoleranz, die beide Wasserstoff produzieren und damit den methanbildenden Bakterien Nahrung bieten, können somit Ursache für Übergewicht sein, wie auch hier beschrieben.  Zudem bewirken die Methanbildner, dass der Lactose-Atemtest auch bei Lactoseintoleranz oft negativ ausfällt, denn bei diesem Test wird normalerweise die Menge an Wasserstoff in der Atemluft gemessen.

Wie wird eine Lactoseintoleranz diagnostiziert?

Erkannt wird eine Lactoseintoleranz zum einen durch Selbstbeobachtung. Wenn Sie nach dem Genuss von Milch oder lactosehaltiger Nahrung Darmprobleme, Sodbrennen oder einfach nur eine lähmende Müdigkeit bei sich feststellen, liegt der Verdacht einer Lactoseintoleranz nahe. Dann ist es wichtig, diesen Verdacht ärztlich abklären lassen.

 

Atemtest zur Abklärung

 

Die ärztliche Diagnose erfolgt über einen Wasserstoff-Atemtest. Hierbei wird der Wasserstoff in der Atemluft gemessen, der in der Regel nach einer Lactosebelastung entsteht. Ist dieser erhöht, spricht das für eine Lactoseintoleranz. Jedoch kann bei normalen Messwerten die Lactoseintoleranz nicht ausgeschlossen werden, da je nach Darmflora der Wasserstoff sofort von anderen Bakterien aufgebraucht werden kann und daraus wie oben beschrieben Methan oder sogar darmreizende Mercaptane bilden. Ausschlaggebend für die Diagnose ist bei negativen Messwerten, die Symptomatik nach der Lactosebelastung.

 


Gentest zur genauen Unterscheidung

Inzwischen steht auch ein Gentest zur Verfügung, mit dem abgeklärt werden kann, ob es sich um eine primäre (genetisch bedingte) oder um eine erworbene (aufgrund einer Darmerkrankung entstandene, möglicherweise vorübergehende) Lactoseintoleranz handelt. 

 

Diese Differenzierung ist nötig, denn bei einer genetisch bedingten Lactoseintoleranz ist es nötig, dass Sie dauerhaft auf Lactose verzichten. Ansonsten kommt es häufig zu Folge-Unverträglichkeiten, wie zum Beispiel einer Histamin-Intoleranz oder anderen Nahrungsunverträglichkeiten.

 

Diagnose Lactoseintoleranz - Und nun?

Wird bei Ihnen eine Lactoseintoleranz diagnostiziert, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Therapie, damit Sie Ihre Beschwerden vermeiden können.

 

Die beste Therapie ist die Karenz. Vermeiden Sie Lactose zu sich zu nehmen oder beschränken Sie die Zufuhr auf Ihre Verträglichkeitsgrenze.

 

Das heißt, meiden Sie vor allem Milch und Milchprodukte. Lactose wird auch häufig als Lebensmittelzusatz verwendet, zum Beispiel in Brötchen und Croissants, aber auch in Wurstwaren. Auch Fertigsoßen enthalten teilweise viel Lactose. 

 

Es besteht eine Kennzeichnungspflicht für Lactose bei allen Nahrungsmitteln außer Milchprodukten. Lactose muss jeweils auf der Zutatenliste aufgeführt sein. Auch eine Kennzeichnung als Milchpulver, Molkenpulver, Trockenmilchpulver o.ä. weist auf einen möglicherweise hohen Lactosegehalt hin. Je weiter oben es in der Zutatenliste solche Bezeichnungen stehen, desto mehr davon ist enthalten. Hier lässt sich Lactose leicht erkennen, auch Bäcker und Metzger führen inzwischen Zutatenlisten, die Sie auf Anfrage einsehen dürfen.

 

Nicht gekennzeichnet werden muss Lactose in Milchprodukten. Somit kann in Butter, Frischkäse oder Speisequark neben dem natürlichen Lactosegehalt auch noch Lactose zugesetzt sein. Gereifter Käse enthält naturgemäß nur wenig Lactose.  Bei Milchprodukten gibt die Bezeichnung "Kohlenhydrate" bzw. "Zucker" in der Nährwerttabelle Aufschluss. Beim Kohlenhydrat in Milchprodukten handelt es sich in der Regel ausschließlich um Lactose oder evtl. auch um Galactose. 

Was bedeutet "Lactosefrei"?

Viele Menschen mit Lactoseintoleranz greifen zu Produkten, die als lactosefrei ausgewiesen sind. Lactosefrei bedeutet, dass keine Lactose enthalten ist. Es heißt aber nicht, dass keine Lactose-Bestandteile enthalten sind. Bei lactosefreier Milch wurde das Enzym Lactase zugefügt, so dass die Lactose bereits gespalten wird.  Es liegen dann  Glucose und Galactose bereits in freier Form vor. Die lactosebedingten Darmbeschwerden können somit vermieden werden. Doch ist so viel Galactose gesund für den Körper?   

 

Es gibt das Krankheitsbild der (seltenen) erblich bedingten Galactosämie, einer Stoffwechselstörung, bei der sich zu viel Galactose im Blut anreichert. Die Symptome der Galactose-Überlastung sind dann zum Beispiel erhöhte Leberwerte, Sepsis (Blutvergiftung) durch Colibakterien, eine verlängerte Blutungszeit aus Wunden, sowie eine Trübung der Augenlinsen wie beim grauen Star.

 

Natürlich ist eine Lactoseintoleranz nicht mit der Erbkrankheit Galactosämie zu vergleichen. Doch kann es bei der Resorption von zu viel freier Galactose aus der "lactosefreien" Milch nicht auch zu einer Galactoseüberlastung des Stoffwechsels mit ähnlichen Symptomen kommen, wenn auch in milderer Ausprägung?

 

Wie oben schon geschrieben ist der Milchzuckerbestandteil Galactose von der Natur nicht für den Stoffwechsel von erwachsenen Menschen vorgesehen. Zumindest nicht in der Menge, wie er mit lactosefreien oder gesäuerten Milchprodukten (hier wird die Lactose von Bakterien aufgespalten) zugeführt wird.

 

Besser ist es also, Milchprodukte bis zur Verträglichkeitsgrenze einzuschränken, statt zu lactosefreien Produkten zu greifen.

Sind Lactase-Tabletten sinnvoll?

Häufig wird empfohlen, einfach das Enzym Lactase zu lactosehaltigen Mahlzeiten einzunehmen, damit die Lactose gespalten und damit resorbierbar wird.  

 

Doch hierbei entsteht ebenfalls freie Galactose mit den im letzten Absatz beschriebenen Risiken für den Stoffwechsel. 

 

Außerdem ist vielleicht generell ein Umdenken nötig, wenn Nahrungsintoleranzen, wie hier die Lactoseintoleranz vorliegen. Vielleicht sollen wir uns angewöhnen, nicht immer mit irgendeiner Pille die Symptome unterdrücken zu wollen. Denn mit Lactasetabletten werden vielleicht die Darmprobleme besser, langfristig kann die Galactose aber viel größeren Schaden anrichten.

 

Anstatt für alles eine Tablette schlucken zu wollen,  sollten wir besser Selbstverantwortung übernehmen und dem Körper das, was er nicht haben will und deshalb nicht aus dem Darm resorbiert, auch nicht ständig zumuten.

 

Verzichten Sie auf Lactose, wenn Lactose Ihnen Beschwerden macht, Ihr Stoffwechsel wird es Ihnen danken.

Dieser Beitrag dient der Information zu einer möglichen Lactoseintoleranz. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Therapie.

Ganzheitliche Gesundheitsberatung

Johanna Kallert

Mozartstraße 5

96148 Baunach

Tel.  (0 95 44) 9 84 88 89

Mail: jkallert@web.de

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